12. Oldtimer- und Liebhaber Fahrzeugtreffen - 27.07.2017

Von der Nimbus-Maschine bis zum Brezel-Käfer

 

Der Kitzinger Dieter Somorowsky kreuzt mit einem seltenen Motorrad beim AMC-Mühlentreffen auf.

 

„Das ist wirklich etwas besonders, die Maschine von Dieter Somorowsky“, staunte Rainer Gutzeit, Vizevorsitzender des Automobilclubs Kitzingen beim Oldtimer- und Youngtimer-Treffen in der Eherieder Mühle. Und Hans-Rainer Kienberger, Leiter der Oldtimerfreunde im AMC, gab sich wieder einmal überrascht, wie viele Oldtimer es heute im Landkreis gibt.

 

Experten wie Laien faszinierte Dieter Somorowsky mit seinem Motorrad gleichermaßen. Denn die Maschine mit 750 Kubikzentimeter hat zwar nur 18 PS, doch kann das betagte Gefährt mit anderen Details glänzen. Der in Dänemark gebaute Vierzylinder-Maschine arbeitet außerhalb des Motorblocks mit liegenden Ventilen, was sehr selten zu finden ist. „Die habe ich zufällig im Jahr 2012 in einem Dänemark-Urlaub gefunden“, sagt der 65-Jährige. Er und seine Nimbus, die sich in tadellosem Zustand präsentierte, haben eine Gemeinsamkeit. Beide sind Baujahr 1951, wie der stolze Besitzer verriet. Die Nimbus hat keinen Blinker und deshalb breitet der Geschäftsmann im Ruhestand noch heute seine Arme aus um einen Richtungswechsel anzuzeigen – antiker geht es im motorisierten Verkehr kaum.

Ebenfalls viele Blicke auf sich zog der Würzburger Rudi Schmitt mit seinem Ford Thin Lizzy aus dem Baujahr 1915 als ältestes „Schnauferle“. Alle Handgriffe bis Schmitt sein Vehikel von Anno dazumal zum Laufen brachte; das faszinierte viele Schaulustige.

 

Mit 180 Oldtimern verzeichnete die Veranstaltung nach dem tagelangen Regen eine erfreuliche Resonanz. Die Reihen der „Schnauferli“ bescherte den Besuchern eine Zeitreise durch die Automobilgeschichte, vom Ford T über den VW Käfer, bis zum 500er Mercedes und dem BMW M3 glänzten bildschöne Karossen in der Abendsonne. Ob ein englischer Bentley oder kubikträchtige Corvettes aus den USA und anderen US-Straßenkreuzern, die Oldtimerliebhaber erblickten historische Fahrzeuge so weit das Auge reichte. Im Hof der Eherieder Mühle waren die Tischreihen mit Oldtimerbesitzern und interessierten Besuchern gut gefüllt. Es ist toll, dass gerade unsere älteren Mitglieder an solchen Tagen den Weg zu uns finden“, sagte Hans-Rainer Kienberger, der sich wie der AMC-Vorsitzende Walter Loschky angetan gab als ein so genannter Brezel-Käfer ins Festgelände einfuhr. Das Areal der Familie Haßold verleiht dem Mühlentreffen eine besondere Atmosphäre und die Hanglage der Wiesen sorgte dafür, dass keinerlei Nachwehen des großen Regens zu registrieren waren und die teilweise teuer gehandelten Oldtimer sauber in den Wiesen standen. „Jeder kann kommen und gehen wie er will“, beschrieb Rainer Gutzeit eine weitere Komponente des zwanglosen Treffens.

 

Zur urgemütlichen Stimmung trug auch die niederländische Musikbox des AMC, Joop van Zadelhoff, bei, der bevorzugt Lieder aus den Baujahren vieler Oldtimer auflegte. Für eine kleine Spende legte van Zadelhoff auch Wunschlieder auf, was rund 200 Euro als Spenden des AMC an die Kinderkrebsstation der Würzburger Universitätskinderklinik erbrachte.