Oldtimerfreunde des AMC besuchen Automobilmuseum

Kontakte von Hans-Rainer Kienberger zu einem Opel-Kollegen bescherten dem Automobilclub Kitzingen einen ereignisreichen Tag.

  

Als etwas Besonderes hatte der „Oldtimerpapst“ des AMC-Kitzingen Hans-Rainer Kienberger die Busfahrt zu Denzlers Automobilmuseum

in Thalmässing angekündigt und die rund 50 Teilnehmer wurden wahrlich nicht enttäuscht. Nach einem Glas Secco, überreicht durch Christine Kienberger wurden sie von dem mittlerweile 80-jährigen Karl-Heinz Denzler und dessen Ehefrau sowie Sohn Martin empfangen und man teilte sich auf, um die Schätze anzusehen. Eine Vielzahl von Motorrädern der Marken NSU. Triumph, Herkules, Ardie, Zündapp usw. sowie Grand-Prix-Motorräder und Enduros, mit denen Senior Denzler von 1953 bis 2004 im Gelände- und Rennsport viele Erfolge herausfuhr.

Die KFZ-Oldtimer-Schau umfasst die wichtigsten Opel Modelle, beginnend bei dem Modell 4/19 von 1927 bis hin zum Opel Manta. Bereits 1945 begann man sich mit dem Aufarbeiten von Fahrzeugen zu beschäftigen, da damals vom Militär viele KFZ und Motorräder fast zum Null-Tarif zu bekommen waren. Die Fahrzeuge wurden in ca. 40-jähriger Freizeitarbeit möglichst originalgetreu restauriert, was sicher größte  Geduld und außerordentliche Fachkenntnisse erforderte. Alle Fahrzeuge sind nach Einbau einer Batterie sofort fahrbereit.

 

Die Besonderheit dieses Museums aber ist die Aufarbeitung der Historie des jeweiligen Fahrzeugs, das die Denzlers bis in die Ukraine

führte.  

15 Jahre hatte Karl-Heinz Denzler bereits einen seltenen Opel Admiral Cabrio Baujahr 1938, als er sich aufmachte, die Vorbesitzer ausfindig zu machen, da auf dem Postweg kein Erfolg zu verzeichnen war. Die Reise ging nach Cherson, einer Stadt am Dnepr in der Ukraine. Mit Hilfe eines ADAC Dolmetschers und eines Informationsbüros konnte man die Adresse in Erfahrung bringen. Dort angekommen wurden sie von einer mürrischen Frau empfangen, die erst nachdem Herr Denzler ein Foto des Opel Admiral zeigte und sein Anliegen formulierte, etwas freundlicher wurde. Herr Denzler sagte, dass er wahrscheinlich der jetzige Besitzer ihres früheren Autos und gekommen sei, um sie zu treffen. Dann holte sie ihren Vater Ejodor Dimitrowisch Tichomirow, ein 85 Jähriger mit dichtem schlohweißem Haar. Im Laufe der Gespräche, in denen man sich gegenseitige Fotos zeigte, das den Wagen in verschiedenen Zuständen zeigte, war das Eis endgültig gebrochen. Es hatten sich zwei Autonarren gefunden. So erfuhr Herr Denzler, dass der „Admiral“ seinerzeit von der Roten Armee in Wien beschlagnahmt und nach Kriegsende Flottenadmiral Oktjabrskij übereignet worden ist. Dieser wiederum war ein enger Freund von General Beloborodow, als dessen Fahrer Herr Tichomirow längere Zeit diente. Mitte der 1950er gelangte er dann in die Hände von Herr Tichomirow, der ihn bis

1992 besaß und dann über einen anderen Namen in den Westen verkaufte und der so zu den Denzlers gelangte.

Beindruckt von den Geschichten und dem wunderschönen Museum ging es zum Mittagessen.

Als zweiten kulturellen Höhepunkt hatte Hans-Rainer Kienberger den Besuch von Schloss Weissenstein in Pommersfelden geplant.

Majestätisch und unerwartet erhebt sich der imposante Barockbau aus der ruhigen, hügeligen Landschaft Frankens. Die original erhaltene Sommerresidenz des Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn beindruckte mit prachtvoll ausgestatteten Räumen, einem international berühmten Treppenhaus und einer Gemäldegalerie Alter Meister wie Rubens oder van Dyck.

 

Überwältigt von den Eindrücken und den Geschichten des Tages traf man sich wieder am Bus, um die Heimreise in die Eherieder Mühle

anzutreten, wo man den Abend gemütlich ausklingen ließ. AMC-Vorstand Walter Loschky bedankte sich bei der Familie Kienberger für die Organisation dieses Ausflugs und bei dem Busfahrer Edgar Hüller.