Fahrer Gesellschaft mit beschränkten Ambitionen

 

Die sechs Bergrennfahrer des AMC Kitzingen gehen die Saison in unterschiedlicher Intensität an

 

 

 

Von unserem Mitarbeiter Hartmut Hess

 

 

 

Kitzingen  Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist die am meisten verbreitete Gesellschaftsform in unserer Wirtschaft. Etwas abgewandelt, als Gesellschaft mit beschränkten Ambitionen, kommen die sechs Bergrennfahrer des Automobilclubs (AMC) Kitzingen heuer daher. Einzig Norbert Handa und Christian Dümler wollen alle zehn Rennen in der Deutschen Automobil-Bergrennmeisterschaft komplett bestreiten, ihre vier Kollegen dagegen werden nur teilweise am Steuer sitzen.

 

 

 

Altmeister Norbert Handa kommt langsam mit seinem neu aufgebauten und seit einem Jahr im Einsatz befindlichen Lancia Delta Integrale HF in die Spur. Nach dem Einbau einer neuen Kurbelwelle testete der 66-Jährige im italienischen Modena. Der Saisonauftakt im luxemburgischen Eschdorf gestaltete sich nicht optimal weil ein Schlauch vor der Ansaugbrücke defekt war, weshalb dem Turbolader der Ladedruck fehlte. „Fast hätte ich Herbert Stolz geschlagen“, erzählte der Markt Einersheimer, der danach beim Wolsfelder Bergrennen chancenlos gegen den Italo-Schweizer Bruno Ianniello im Lancia Delta S4 war. „Ich habe teilweise zu viel gewollt“, meinte Handa, der im zweiten Lauf auf einen Reifenstapel rumpelte, aber weitere 20 DM-Punkte sammeln konnte. Da in seiner Klasse relativ wenige Fahrer mitmischen, hat er den Nachteil gegenüber Siegern in anderen Klassen, weniger Punkte einfahren zu können. Neben Handa leiden heuer auch alle anderen AMC-Piloten unter dem aktuellen Reglement, das nur noch einen einzigen Bergmeister vorsieht. Das bedeutet, dass sämtliche Tourenwagen und Sportfahrzeuge in einen Punktetopf geworfen werden und Fahrer unterer Klassen, die nicht an die schnellen Zeiten der stärksten Tourenwagen, ehemaligen DTM-Autos oder Gruppe CN-Rennern wie der Schweinfurter Uwe Lang in seinem Osella PA 20S herankommen, gute Titelchancen haben.

 

 

 

Als Konsequenz daraus, wird Klaus Hoffmann, der wie Norbert Handa auch schon Deutscher Tourenwagen-Bergmeister war, in seinem Opel Astra nur die bayerischen Rennen in der Rhön, in Eichenbühl und in Mickhausen bestreiten. Daneben geht der Chef des Kitzinger Karosserie- und Lackierzentrums fremd, in dem er für zwei Veranstaltungen auf die Rundstrecke umsteigt. Dann wird er im GT3-Porsche des Uttenreuthers Jörg Lorenz in der Supertourenwagenserie STT sitzen und neue Erfahrungen abseits der Bergrennen, die das Einzelzeitfahren den Rennsports darstellen. Für den Rest der Saison hat Hoffmann als Team zusammen mit Norman Struckmann auf dessen Ford Escort Cosworth genannt und den Fokus auf dem KW-Bergcup gelegt. In Eschdorf, am Schottenring und in Wolsfeld testete Struckmann in seinem 350-PS-Auto ein neues Differenzialsystem und ein neues Motorsteuergerät, womit die Motorenaussetzer des Vorjahres behoben wurden. „Das Auto hat sich gut angefühlt und ich mir viel vorgenommen“, beschrieb der Leoni-Bordnetzeentwickler seine Motivation in Wolsfeld, doch nachdem ihm das Kupplungsseil riss war für ihn früh Feierabend. Der bislang fleißigste AMC-Fahrer ist Christian Dümler aus dem Rauhenebracher Ortsteil Prölsdorf. Er verdiente sich in seinem leistungsmäßig unterlegenen Achtventiler-Golf die Plätze zehn (Schottenring) und acht (Eschdorf), ehe er in Wolsfeld mit Rang drei den Sprung aufs Klassen-Siegerpodest schaffte. Auf dem engen Kurs in der Eifel düpierte Dümler viele Konkurrenten und unterstrich seine Ambitionen. Er fährt im Bergcup mit seinem Vater Thomas Dümler als Partner, der drei der 13 zum Bergcup zählenden Rennen bestreiten wird.  

 

 

 

Jürgen Schuster hat im Moment viel Stress im Job und wird deswegen heuer nur die Rennen in Glasbach, der Rhön, Eichenbühl und Mickhausen fahren. Der sechste in der AMC-Riege, Martin Schug, geht diese Saison ebenfalls als Teilzeitfahrer durch. Denn der Bundeswehrsoldat befindet sich seit geraumer Zeit auf Auslandseinsatz in Afghanistan und kommt erst Ende Mai zurück um dann in seinem VW Golf wieder im Berg-Rennzirkus mitzumischen.

 

Christian Dümler

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Norbert Handa

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