Handa ringt Ösi-Favoriten nieder

Der Lancia-Pilot strotzt vor Selbstvertrauen und triumphiert im Dreier-Duell beim Eichenbühler Jubiläum

 

Als Norbert Handa sich vor Jahren daran machte, seinen dritten Lancia Delta Integrale HF aufzubauen, erlebte er mehrere arbeitsreiche, problembehaftete und zeitweise recht erfolglose Jahre. Zwar kämpfte der Markt Einersheimer heuer immer noch mit technischen Problemen, doch setzte er immer wieder Duftmarken und das 50. Jubiläumsbergrennen am Sonntag in Eichenbühl geriet für ihn jetzt zum Triumphzug. Denn er ging als gestählter Sieger aus dem Dreier-Duell mit den beiden Österreichern Herbert Stolz und Herbert Pregartner um den Sieg in der Tourenwagen-Division hervor.

 

Der recht introvertierte Markt Einersheimer zeigte nach Rennende Gefühle wie selten, ließ sich von seinem Edelfan Ernst Plannasch feiern, prostete zusammen mit seinem Sohn Christian Handa Rennsportfans zu und genoss das Bad in der Menge, hatte er doch direkt vor dem Festzelt übers Wochenende seine Zelte aufgeschlagen und kam deswegen auf dem Präsentierteller daher, für alle die nach Rennschluss zu Tal kamen und zur Siegerehrung strömten. Handa hatte sich vorgenommen, in seinem 650 PS starken Lancia den Kampf mit den  Österreichern anzunehmen und wollte sein Licht nicht unter den Scheffel der Ösi-Fraktion stellen. Herbert Pregartners GT2-Porsche leistet am Prüfstand über 900 PS und ist mit der neuesten Technik ausgestattet, weshalb er als leichter Favorit in der stärksten Tourenwagenklasse anzusehen war. Dem Porsche 935 DP des Innsbruckers Herbert Stolz war eine Leistung zwischen 700 und 800 PS nachgesagt und auf schnellen Strecken wie Eichenbühl ist vor allem Power gefragt. Ergo: Der 67-jährige Handa - dem niemand sein Alter abnimmt - schien vorab die unterste Stufe der Siegerkandidaten-Trilogie einzunehmen, ließ aber im ersten Rennlauf aufhorchen als er mit 1:21,11 Minuten die Führungsposition einnahm und Stolz um fünf Hundertstelsekunden und den 20 Jahre jüngeren Pregartner gar um 0,4 Sekunden distanzierte. „Mit Norbert Handa lässt es sich immer schön kämpfen“, gab sich Pregartner hinterher als fairer Verlierer, der Handas konstant gutes Tagwerk neidlos anerkannte. Der Porsche-Mann aus der Steiermark konterte im zweiten Durchgang und zog mit Norbert Handa gleich, der im entscheidenden dritten Lauf Nerven wie Drahtseile bewies. Mit seiner geballten Routine aus über 40 Jahren  Bergrennsport holte er alles aus sich und seinem weiß-blauen Knauf-Boliden heraus und die Uhr blieb für ihn final bei 1:19,76 Minuten stehen. Während Herbert Stolz nach Durchgang zwei mit defekter Benzinpumpe aufgeben musste, vermochte Pregartner dem Mann vom AMC Kitzingen nicht zu folgen und in der Addition der drei Läufe hatte Handa um 0,14 Sekunden die Nase vorne. Der Lohn waren Pokale und Schecks für den Klassen- und Divisionssieg und einem ansprechenden Gesamtrang sieben unter rund 180 Startern. „Das Auto war gut, ich denke ich war auch gut und am Ende ist alles gut“, meinte der strahlende Handa nach erledigter Arbeit und fieberte sofort dem nächsten Rennen im österreichischen St. Agatha kommendes Wochenende entgegen, wenn er erneut unerschrocken den Länderkampf mit der Ösi-Tourenwagen-Armada annehmen wird. Im ewig jungen Duell mit Lancia-Pilot Felix Pailer und weiteren Koryphäen des internationalen Bergrennsports will der Markt Einersheimer dann weiterhin die schwarz-rot-goldenen Fahnen hoch halten.

 

Vom AMC Kitzingen waren mit Thomas Dümler und Martin Schug noch zwei weitere Fahrer mit VW Golfs in der 2000-Kubikzentimeter-Klasse der Gruppe H vertreten. Dabei erreichte Martin Schug nicht die angestrebte Zeitenverbesserung, kam er doch nicht 1,38 Minuten die 3050 Meter lange Strecke hoch. Thomas Dümler schlug sich mit Rang zwölf unter 30 Konkurrenten achtbar und schaffte es, die Marke von 1,30 Minuten zu unterbieten.


Norbert Handa liefert Pregartner einen packenden Kampf

 

Der Lancia-Pilot muss sich dem Österreicher geschlagen geben und darf sich mit Gesamtrang acht trösten.

 

Einen packenden Kampf um den Tourenwagen-Divisionssieg lieferte Norbert Handa vom AMC Kitzingen beim 48. Hauenstein-Bergrennen in Hausen/Rhön dem Österreicher Herbert Pregartner. Nach zwei Rennläufen hatte der Markt Einersheimer dem Tourenwagensieg vor den Augen, doch während mit der Technik haderte, überflügelte ihn der Mann aus der Steiermark im letzten Lauf.

An Holger Hovemann im Silhouetten-Kadett kamen beide nicht heran, was aber nichts ausmachte, da Hovemann bei den Sportwagen eingruppiert ist. Seit Wochen plagen Norbert Handa arge Probleme mit dem Ladedruck und nach dem Samstagstraining war er der Ansicht, die Lösung gefunden zu haben. Doch im ersten Rennlauf war der Ladedruck statt zu niedrig plötzlich zu hoch. Er war zwar mit 189 Km/h der Schnellste aller über 180 Fahrer bei der Anfahrt zur Jopp-Kurve, doch schon hier hatte er Zeit verloren. Denn durch den zu hohen Ladedruck kam er mehrmals in den Drehzahlbegrenzer. Deswegen war Pregartner im ersten Lauf drei Zehntelsekunden schneller, auch wenn der  Porsche 911 GT2/RSR nicht annähernd seine 911 PS erreichte, weil die zu hohe Temperatur der Ansaugluft zu Lasten der Leistung von Turbolader-Boliden geht. Norbert Handa nahm den Kampf mit dem favorisierten Konkurrenten aus der Steiermark an und setzte im zweiten Lauf ein Ausrufezeichen als er sich auf 1:50,44 Minuten verbesserte und Pregartner acht Zehntelsekunden abnahm. Der zweifache Deutsche Tourenwagen-Bergmeister gab damit Pregartner Recht, der vermutet hatte, „dass Handa mit seiner großen Erfahrung noch was rausholt“. Dem 48-jährigen Österreicher gefiel die Sicht und der neue Asphalt auf Streckenteilen in Hausen und im letzten Lauf schlug er zurück. Mit 1:49,94 Minuten schnappte er sich den Klassen- und Divisionssieg vor Handa. Der 67-Jährige konnte sich mit Pokalen für die zweiten Plätze in Klasse und Division sowie Rang acht im Gesamtklassement trösten und will Pregartner die Stirn bieten, wenn er die Ladedruck-Problematik endlich beheben kann.

In Handas Klasse war mit Norman Struckmann ein weiterer Fahrer des Quintetts vom AMC Kitzingen unterwegs. Er bestritt sein erstes Bergrennen nach einem Dreivierteljahr Jahr Pause. In seinem Ford Escort Cosworth verbesserte er sich auf 2,04 Minuten, musste letztlich aber Sabine Röck im VW Golf ziehen lassen.

In der mit 27 Fahrern teilnehmerstärksten Klasse der Gruppe H-Fahrzeuge bis 2000 Kubikzentimeter kam Christian Dümler im VW Golf II auf den elften Platz und belegte den dritten Platz in der Achtventiler-Wertung.

Die Chancen auf eine gute Platzierung waren für seinen Vereinskollegen Jürgen Schuster schon früh vorbei, weil er sich im ersten Lauf einen Dreher leistete, der ihm eine halbe Minute kostete.

Martin Schug erreichte im leistungsschwächeren VW Golf II sein Primärziel einer Zeit von 2,12 Minuten. Er konnte in Hausen acht Konkurrenten hinter sich lassen, verpasste es aber weitere Schritte nach vorne zu machen.  

 

Die kompletten Ergebnislisten sind auf der Internetseite www.hauenstein-bergrennen.de zu finden


Die Bergrennfahrer des AMC Kitzingen gehen heuer mit unterschiedlichen Ambitionen in die Saison

Auch mit 66 Jahren hat Norbert Handa den Spaß am Automobil-Bergrennsport noch nicht verloren. Der Fünfte der Deutschen Bergmeisterschaft des vergangenen Jahres greift auch heuer wieder an um in der DM und dem KW Bergcup mitzumischen. Er wird als einziger des Fahrer-Sextetts von AMC Kitzingen das komplette Programm der DM-Saison bestreiten, während seine Kollegen eine unterschiedliche Intensität in der Motorsportsaison an den Tag legen werden.

 

Norbert Handas dritte Evolutionsstufe eines Lancia Delta Integrale HF läuft seit Mitte des vergangenen Jahres richtig gut und zuverlässig, so dass der Markt Einersheimer weit über 600 PS Leitung zur Verfügung hat. Zuletzt ließ der zweifache Deutsche Tourenwagen-Bergmeister das

Getriebe seines weissäblauen Knauf-Renners revidieren. Den Saisonauftakt mit Sonder-Trainingsmöglichkeiten kommendes Wochenende beim Schotten-Preis nutzt Handa zu ausgiebigen Probefahrten. „Danach in Eschdorfs gilt es“, sagt der Routinier, denn auf dem luxemburgischen Kurs sind die meisten namhaften Fahrer aus Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern vertreten.

 

Den Schotten-Preis hat auch Klaus Hoffmann im Visier, doch nicht in seinem Opel Astra V8 DTM, mit dem er im Jahr 2010 den nationalen

Tourenwagen-Titel errungen hatte. Denn nach Reglements-Änderungen vor zwei Jahren ließ er seinen ehemaligen DTM-Boliden zunehmend in der Garage stehen und ging seit dem vergangenen Jahr dem Bergrennsport fremd, in dem er sich mit einem Porsche 996 GT2 auf der Rundstrecke versuchte. Ab diesem Jahr steigt Klaus Hoffmann voll auf den bärenstarken Porsche um und ließ ihn dem konform

mit Bergrennsport-Reglement modifizieren. Der gelbe Zuffenhausener ist ein geliehener Bolide des Uttenreuthers Jörg Lorenz, der satte 880 PS unter der Haube hat. Mit diesem Renner rollt Hoffmann am Schottenring erstmals an einen Begrennnen-Startlinie. Eventuell will Klaus Hoffmann mit dem GT2-Porsche auch noch das Bergrennen in Heiligenstadt bestreiten. Doch seinen Fokus richtet der Kitzinger Lackspezialist auf seine Gastspiele in der Spezialtourenwagentrophy (STT). Dort will Hoffmann das Rennen auf dem Hockenheimring bestreiten und noch

ein weiteres Event in Oschersleben oder auf dem Nürburgring. „Das Nürburgring-Rennen fahren zu können, das wäre klasse“, liebäugelt Hoffmann mit einem Start dort. Denn das Rennen wird im Rahmenprogramm des internationalen Truck-Grand-Prix ausgetragen, zu dem eine tolle Kulisse von bis zu 150 000 Zuschauern erwartet wird. Der Berg-Champion des Jahres 2010 wird aber kleine Kostproben seines Opel Astra geben, wenn er bei Bergrennen wie in Eichenbühl neben Norbert Brenner für Taxifahrten mit ausgewählten Mitfahrern auf der Rennstrecke geben wird. Vielleicht steigt der Kitzinger heuer noch auf eine dritte Marke um, denn möglicherweise will er mit einem Oldtimer-Mercedes von Michael Iglhaut bei traditionellen Oberjoch-Memorial starten.

 

Dagegen haben die AMC-Kollegen wie Norman Struckmann motorsportlich heuer nicht viel vor. „Mir fehlt aus beruflichen und privaten Gründen die Zeit“, sagt Norman Struckmann, der zudem das permanente David-gegen-Goliath-Spiel leid ist, muss er doch seit zwei Jahren gegen Kontrahenten antreten, die über Boliden mit über dem Doppelten an PS verfügen. Deswegen wird er vermutlich nur die beiden Rennen in Unterfranken bestreiten. Nur ein Teilzeit-Fahrer wird heuer Christian Dümler sein, der in Wolsfeld einstigen wird weil ihm die dortige Strecke gefällt. Auch das Glasbachrennen und in Osnabrück will der Prölsdorfer seinen VW Golf den Berg hochjagen, weil er gerne bei solchen

Top-Veranstaltungen dabei ist. In Eichenbühl wird seine weißer Achtventiler-Golf ebenfalls zu sehen sein, aber wie seit Jahren üblich mit

seinem Vater Thomas Dümler am Steuer. Am Glasbach wird Jürgen Dümler einsteigen, der aktuell noch Probleme hat, Getriebeersatzteile für seinen Mazda RX7 aufzutreiben. Der Weihenzeller wird noch Fahrwerksabstimmungen optimieren und einen neuen Auspuffkrümmer einbauen um dann noch neun KW-Bercup-Rennen zu absolvieren.

 

Mitte Mai will Martin Schug beim Freien Bergrennen thüringischen Waldau in die Saison einsteigen, eine Knieoperation ließ einen früheren Einsatz nicht zu. Danach wird der Hauptfeldwebel und Kfz-Meister bei der Bundeswehr in Volkach in Wolsfeld das erste KW-Bergcup

bestreiten, dem noch weitere sieben Rennen in Deutschland und Österreich folgen sollen. Weitere Rennen wie in Glasbach werden sich für den 27-Jährigen wohl nicht mit dem Beruf vereinbaren lassen.


Norbert Handa ringt Pregartner mit Top-Leistung nieder

Klaus Hoffmann wird zum Eichenbühl-Touristen und Uwe Lang zum Anschieber in Eichenbühl


Teils eine verkehrte Rennsportwelt ergab sich beim 49. AvD-GAMSC-Bergrennen des German American Motorsportclub (GAMSC) Würzburg in Eichenbühl. Denn Favorit Uwe Lang aus Schweinfurt fiel schon im Training mit Motorschaden aus und trat am Sonntag nur als Anschieber in Erscheinung, da am Formel3-Renner seines Sohnes Georg Lang der Anlasser streikte. Nicht viel besser erging es dem Siegerpodest-Kandidaten Klaus Hoffmann vom AMC Kitzingen, dem im zweiten Rennlauf ein Getriebeschaden einen fetten Strich durch die Rechnung machte und zum Eichenbühl-Touristen mutierte.

Dagegen lief es für die weiteren fünf Fahrer des AMC Kitzingen gut bis prächtig. Eine Top-Leistung lieferte Norbert Handa ab, der mit seinen 66 Jahren beweis, dass Alter nicht vor Leistung schützt. In der Klasse ES/FS1 der stärksten Tourenwagen duellierte sich der zweifache Deutsche Meister mit dem Österreicher Herbert Pregartner im Porsche GT2 mit brachialen 900 PS unter der Haube. Auf den meisten Bergrennstrecken kann Handa dem Ösi aus der Steiermark nicht ganz das Wasser reichen, doch das Pregartner heuer erstmals die ganze Saison im KW-Bergcup bestreitet und deswegen seine Premiere in Eichenbühl erlebte, standen Handas Chancen gut. Er legte bei 1:21,00 Minuten im ersten Lauf vor, doch mit zwei Schaltfehler im zweiten Durchgang brachte sich Handa beinahe um seine Chancen auf den Klassensieg und fiel 0,19 Minuten hinter Pregartner zurück. Der Altmeister schaffte es im dritten Durchgang, sich mit voller Konzentration enorm zu steigern, nahm Pregartner eine halbe Sekunde ab und durfte sich als Sieger seiner Klasse und der Tourenwagen-Division feiern lassen. Mittlerweile läuft sein vor zwei Jahren neue aufgebauter Lancias Delta Integrale HF bestens und Handa ist auch fahrerisch gut drauf, was auch seinen Unterstützer ernst Plannasch freute, der zwischendurch am Streckenmikrofon aus den guten alten Tagen des Schwanbergrennens plauderte. Norman Struckmann legte in Handas Klasse konstante Läufe hin, hatte aber mit den 350 PS in seinem Ford Escort Cosworth keine Chance in das Duell einzugreifen.

Auf dem gleichen Level agierten in der Zwei-Liter-Klasse die AMC-Fahrer Jürgen Schuster im Mazda RX7 und Thomas Dümler, der wegen der Bergcup-Vorgaben dieses Mal den VW Golf II seines Sohnes Christian Dümler steuerte. Beide fuhren durchwegs 1,29er-Zeiten, nur Thomas Dümler gelang im zweiten Lauf eine Zeit von 1:28,82 Minuten. In der Addition hatte Schuster bei 4:27,46 Minuten mit der Winzigkeit von 17 Hundertstelsekunden die Nase vorne vor dem 56-jährigen hristian Dümler will kommendes Jahr etwas kürzer treten, aber erst noch seine tolle Saison zu Ende bringen. Denn er steht in der Bergcup-Wertung auf Rang vier der Zwei-Liter-Klasse und hat es in der Achtventiler-Wertung bis auf Rang zwei gebracht.

Wie ein Schneekönig freute sich der sechste AMC-Fahrer Martin Schug. In der mit 30 Fahrern zahlenmäßig am stärksten besetzten Zwei-Liter-Klasse kam er zwar nur auf Rang 22, schaffte aber seine Zielsetzung einer 1,35er-Zeit. „Hauptsache ich mache fahrerisch Fortschritte und habe Spaß bei den Rennen“, meinte der Kfz-Meister aus dem Rauhenebracher Ortsteil Fürnbach. Am Berg hat der in Volkach stationierte Bundeswehrsoldat derzeit mit Sicherheit mehr Spaß als in der ersten Jahreshälfte als er mehrere Monate zum Auslandseinssatz in den Kosovo abkommandiert war.


Das Fremdgehen im Porsche auf der Rundstrecke

 

Klaus Hoffmann will mit einem Porsche 996  motorsportlich in eine andere Welt eintauchen 

 

 

 

Der Automobil-Bergrennsport ist die Welt des Buchbrunners Klaus Hoffmann. Seit über 20 Jahren jagt er die Berge hoch, rauscht bisweilen mit 240 Km/h durch den Wald und krönte seine Laufbahn als Deutscher Tourenwagen-Bergrennmeister im Jahr 2012. Jetzt steht er vor dem motorsportlichen Fremdgehen in einem Porsche 996 Bi-Turbo, mit dem er heuer erste Rundenstreckenrennen in der STT (Supertourenwagen-Throphy)-Serie bestreiten will.  

 

 

 

„Das ist ein Brummer“, entfuhr es geradezu ehrfürchtig seinem Mechaniker „Mecky“ Reich, als er diesen automobilen Traum kürzlich in Klaus Hoffmanns KLZ-Werkstatt zur Probe laufen ließ. „Der schreit nach Kubik“, würden Bergrennfahrer im Fachjargon über das Triebwerk diesen gelb-anthrazit-farbenen Porsche urteilen. Der Bi-Turbo (Doppelturbolader) verleiht dem 3,8-Liter-Motor brachiale 818 PS an Leistung – kein Wunder, dass „Mecky“ Reich da von einem Brummer spricht. Freilich ist Reich schon einiges gewohnt, hat doch Klaus Hoffmanns Opel Astra, der mit dem V8-Motor einst in der DTM gelaufen war, auch schon gute 500 PS. Doch dieser Porsche ist mit der Turbo-Power hammerhart im Vortrieb. Der Porsche gehört dem Uttenreuther Oldtimer-Restaurator Jörg Lorenz, der Mittelfranke ist Kunde in Klaus Hoffmans KLZ. Irgendwann kamen sie auf die Sprache des Porsches und weil die für den Bergrennsport Verantwortlichen des Deutschen Motorsportbundes (DMSB) das Reglement dahingehend änderten, dass es Klaus Hoffmann schier unmöglich gemacht wurde, einen weiteren DM-Titel einzufahren, verleiteten sie ihn zum Fremdgehen in andere Segmente des Motorsports.

 

 

 

„Das ist eine ganz andere Welt auf der Rundstrecke“, betont Klaus Hoffmann. Denn die Bergrennen sind das Einzelzeitfahren im Motorsport und meist ist ein Lauf in etwas mehr als einer Minute absolviert. Wenn der 52-Jährige jetzt in den Porsche von Jörg Lorenz steigt, dann muss er sich auf Feindkontakt einstellen und sich Konkurrenten in Kurven erwehren. „Außerdem fährst du auf der Rundstrecke 20 Minuten im Kreis“, schildert der Kitzinger Lackspezialist, der weiß, dass enorme Anforderungen auf ihn zukommen. Denn die Fliehkräfte fordern die Fahrer physisch, vor allem in der Halsmuskulatur. Zudem sind die Herausforderungen auf der mentalen Ebene enorm, wenn 20 Minuten volle Konzentration, die Vermeidung von Kollisionen und eine möglichst gute Fahrlinie gefragt sind. „Du musst dich beim Bremsen total umgewöhnen“, ist sich der 52jährige DM-Champion von 2012 bewusst, denn die Bremstechnik eines Bergfahrers ist mit einem Rundstreckenpiloten diametral verschieden. „Ich werde mich auf jeden Fall nicht mit den etablierten Fahrern anlegen“, hat sich Klaus Hoffmann Zurückhaltung auferlegt für seine Gastnennungen im August in holländischen Zandvoort sowie im Oktober auf dem Hockenheimring und am Nürburgring. Dort duelliert er sich in der Unterstufe der GT Masters-Konkurrenz mit Fahrern anderer Porsches, Audi R8, Lamborghini, Mercedes SLS oder Dodge Viper.

 

 

Dazwischen fährt Klaus Hoffmann in seinem Opel Astra-Boliden die unterfränkischen Heimrennen in der Rhön und in Eichenbühl sowie den Ford Escort Cosworth von seinem Clubkollegen des AMC Kitzingen, Norman Struckmann, in Mickhausen. Offensichtlich ist der Kitzinger Unternehmer ein Mann, der sich relativ schnell auf unterschiedliche Fahrzeuge und Kurse einstellen kann. Das hat er auch in der Vergangenheit schon bewiesen, als er vor gut zehn Jahren schon in einem Gruppe CN-Renner und einem Formel3-Auto neben seinem Opel Astra die Berge hoch gebrettert war.  



Bergrennen, was ist das eigentlich?

Das ist die "Deutsche Automobil-Berg-Meisterschaft für Tourenwagen".

Diese Motorsportdisziplin ist absolut nichts für schwache Nerven! Hier ist allerhöchste Konzentration gefordert, wenn der Fahrer mit seinem Rennwagen den Berg hinaufstürmt! Jeder wird einzeln gestartet und fährt gegen die Uhr die Bergrennstrecke hinauf zum Ziel.
Die Kenntnis der Strecke mit allen Details ist von äußerster Wichtigkeit. Jede Kurve, jeder Anbremspunkt muss stimmen, jede Bodenwelle, jede Kurve muss im Gedächtnis des Fahrers gespeichert sein, denn je nach Rennstrecke werden bis zu 250 Km/h erreicht.

23. / 24.04.2016 ADAC-Bergpreis Schottenring                       Schotten          
 07./ 08.05.2016 European Hillrace Eschdorf Eschdorf
15. / 16.05.2016 54. Wolsfelder AvD Bergrennen Wolsfeld
25. / 26.06.2016 ADAC Ibergrennen - Heiligenstadt Heiligenstadt
16. / 17.07.2016 43. Homburger ADAC Bergrennen Homburg-Käshofen
30. / 31.07.2016 21. ADAC Glasbach-Bergrennen Bad Liebenstein
06. / 07.08.2016 49. Osnabrücker ADAC-Bergrennen Hilter / Borgloh
20. / 21.08.2016 47. ADAC Hauenstein Bergrennen Hausen / Rhön
10. / 11.09.2016 49. AvD Bergrennen Unterfranken Eichenbühl
01. / 02.10.2016 35. ADAC Bergrennen Mickhausen Mickhausen


Die Fahrer "am Berg"

Christian Dümler

Martin Schug

Jürgen Schuster

Norman Struckmann