Oldtimer und Sonne strahlen um die Wette

Bei der zweiten Auflage der Main-Motor-Classsics strahlten automobile Klassiker und ihre Besitzer mit der Sonne um die Wette.

 

Viele Oldtimer und ihre Besitzer strahlten am Sonntag bei der zweiten Auflage der Main-Motor-Classics des Automobilclubs (AMC) Kitzingen mit seinem Vorsitzenden Walter Loschky mit der Sonne um die Wette. „Schauen sie her, wir haben 200 Oldtimer und den ganzen Tag über sehr viele Besucher“, sagte Organisator Rainer Gutzeit beim Blick über das ehemalige Gartenschaugelände, doch zum Strahlen hatte er weder Zeit noch Muse. Denn der Repperndorfer wetzte wie ein Hamster in einem Spiel-Rad über den Bleichwasen und schwitzte unter seinem Sonnenhut weil er permanent unter Strom stand.

 

Freilich hätte man vermuten können, dass es für den stellvertretenden AMC-Vorsitzenden am Veranstaltungstag weniger stressig werden

würde, da er diesmal von den Moderationsaufgaben befreit war. Denn auf der Veranstaltungsbühne fungierten Joop van Zadelhoff von Radio Charivari als DJ und dessen Kollege Daniel Pesch als Moderator. Dennoch war Gutzeit als Tausendsassa im Dauereinsatz, nachdem er schon vorher wochen- und monatelang Organisationsarbeit geleistet hatte. Davon profitierten die Hauptdarsteller der Main-Motor-Classics, die viel beäugten Oldtimer und ihre stolzen Besitzer. Aus dem Reigen der rund 200 „Schnauferli“ hob sich vom Alter der Ford T von Manfred Schauer aus Sächsenheim im Ochensenfurter Gau ab. Denn sein betagtes Gefährt mit 19 PS aus dem Baujahr 1923 war das mit Abstande älteste Vehikel des Tages. In einer ganz anderen Hinsicht scherte das US-amerikanische Fahrzeug eines DeLorean-Flügeltürers aus der Reihe. Denn dieses automobile Unikat wurde aus Edelstahl gefertigt und offenbarte eine entsprechend abgehakte Karosserie-Optik im Gegensatz zu den sehr geschwungenen Oldtimer-Karosserien. Die Gilde der aufgereihten Oldtimer ließen die Herzen der Liebhaber höher schlagen und bot eine Palette der Automobil-Geschichte. So stand eine BMW-Isetta aus der Goggomobil-Klasse in Sichtweite eines BMW M1, der in den 1980er-Jahren mit 250 Km/h Spitzengeschwindigkeit zur damaligen Zeit ein High-Tech-Renner war. Klassiker wie USA-Karossen von Cadillac oder Corvette, bildeten den Kontrast zum 190er-Mercedes aus den 1960er-Jahren, Porsches oder einem legendären NSU Prinz.

Oldtimer sind heutzutage nicht nur Liebhaberfahrzeuge, sondern für manche auch eine Wertanlage. Vom Wert her, stahl der Mercedes 380K des Haßfurters Rudi Hörr dem Rest der Mitbewerber der Schau. Denn der Dettelbacher Ernst Plannasch sprach von einem Millionenbetrag, mit dem diese Mercedes-Rarität gehandelt werde. Wie ein Wasserfall erzählte der Michelfelder Eugen Moser Geschichten über seinen Mercedes-Benz 280 SE und wie er seinen Chef und AMC-Unterstützer Eckhard Himmel einst chauffiert hatte. Der Mercedes aus den 1980er-Jahren hat erst 11 000 Fahrleistung und laut Moser „noch keinen Regen gesehen und noch Stuttgarter Luft im Ersatzrad“.

 

Die Jury mit Oldtimerpapst Hans-Rainer Kienberger, Klaus Liss und Claus Mannsbart bewertete die Wagen nach anderen Parametern als die

Besucher und sie kürten den Alfa Romeo Gulia als Kundenfahrzeug von Armin Kuhn Aus Ebrach-Eberau zum schönsten Fahrzeug aus Italien. Den Pokal des Sieger-Autos aus Frankreich überreichte Rainer Gutzeit an Joop van Zadelhoff für seinen Peugeot 540 Cabrio. Nur Experten wissen, dass es einst den Autohersteller Glas in Oberbayern gab. Mit einem Glas 1304TS gewann Constantin Meyer aus Nüdlingen die Kategorie der deutschen Karossen. Den Pokal für das interessanteste Auto aus England verdiente sich Georg Weikert aus Steppach mit seiner Alvis-Karosse. Das Gefährt streikte beim Anlassen zur Prämierung, doch dank schiebender Freunde konnte Weikert dann doch vorfahren. Das Siegerauto aus den USA, ein Buick Hardtop-Cabrio aus dem Jahr 1958, gehörte dem Würzburger Jochen Koberger.


Main - Motor - Classics 2017


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